Beispiele für Consent-Banner

Ob ein Consent-Banner eine wirksame Einwilligung einholt, entscheidet sich an wenigen Stellen: Ist Ablehnen so einfach wie Zustimmen? Steht drin, wer welche Daten wofür bekommt? Ist nichts vorausgewählt? Lässt sich die Einwilligung ebenso leicht widerrufen? Die Beispiele zeigen diese Punkte an gelungenen Lösungen und an typischen Fehlern. Danach können Sie das Banner Ihrer eigenen Webseite in wenigen Minuten selbst prüfen.

Eher positive Beispiele

Drei echte Beispiele – das beste kommt ganz ohne Banner aus.

DuckDuckGo: Startseite ohne Consent-Banner
Die Startseite lädt nichts, wofür eine Einwilligung nötig wäre – also braucht sie auch kein Banner.
Banner von consentmanager, erste Ebene: Erklärtext mit Zahl der Dritten, „Alle akzeptieren“ und „Alles ablehnen“ gleich groß
Erklärt, was verarbeitet und an wen weitergegeben wird, und nennt die Zahl der beteiligten Dritten. „Alles ablehnen“ steht schon auf der ersten Ebene gleichwertig neben „Alle akzeptieren“.
Banner von consentmanager, zweite Ebene mit Einstellungen je Zweck
Jeder Zweck lässt sich einzeln wählen. „Alles ablehnen“ bleibt auch hier erreichbar, „Speichern + Beenden“ übernimmt die eigene Auswahl.
Google: „Bevor Sie zu Google weitergehen“ – Zwecke in Klartext, „Alle ablehnen“ und „Alle akzeptieren“ gleich gestaltet
Verständliche Sprache, Darstellung getrennt nach „immer“ und „nur bei Zustimmung“.
„Alle ablehnen“ direkt möglich. Buttons gleich groß und gleich gefärbt.Ein gut gestaltetes Banner heißt nicht, dass wir Googles Umgang mit personenbezogenen Daten gutheißen.
Google, zweite Ebene: einzelne Einstellungen, nichts vorausgewählt
Jede Einstellung einzeln wählbar, nichts ist vorausgewählt.Ein gut gestaltetes Banner heißt nicht, dass wir Googles Umgang mit personenbezogenen Daten gutheißen.

Typische Fehler

Die Bilder zeigen typische Fehler und daneben, wie es besser geht.

Nachgestelltes Beispiel, so nicht: Ablehnen erst auf der zweiten Ebene, Zustimmen hervorgehoben
Der einzige Knopf ist „Alle akzeptieren“. Wer ablehnen will, muss erst den unscheinbaren Link „Einstellungen“ finden – Zustimmen wird so zur bequemsten Wahl.
Nachgestelltes Beispiel, so geht es: Ablehnen so einfach wie Zustimmen
„Alle ablehnen“, „Einstellungen“ und „Alle akzeptieren“ stehen gleich groß nebeneinander. Der Text nennt die Dienste, wofür sie Daten nutzen und wie man widerruft.
Nachgestelltes Beispiel, so nicht: „Wir lieben Cookies“ ohne konkrete Angaben
„… um Ihr Nutzererlebnis zu verbessern“ sagt nicht, welche Dienste welche Daten bekommen und wofür. So kann niemand informiert einwilligen – zumal es nur „OK“ gibt.
Nachgestelltes Beispiel, so geht es: Dienste, Empfänger und Drittland konkret benannt
Der Text nennt den Dienst (Meta-Pixel), den Empfänger, welche Daten fließen, was Meta damit tut und dass sie in die USA gehen können. „Nein, danke“ und „Ja, einverstanden“ sind gleichwertig.
Nachgestelltes Beispiel, so nicht: Einwilligungen sind vorausgewählt
Statistik, Marketing und externe Medien sind schon eingeschaltet. Wer nur „Auswahl speichern“ klickt, hat damit nicht wirksam eingewilligt: Ein vorausgewähltes Häkchen ist keine Einwilligung.
Nachgestelltes Beispiel, so geht es: nur Notwendiges ist an
Nur das technisch Notwendige ist an. Alles andere schaltet man selbst ein; jede Kategorie nennt ihre Dienste und Empfänger.
Nachgestelltes Beispiel, so nicht: Video lädt sofort von YouTube
Das eingebettete Video verbindet schon beim Öffnen der Seite mit YouTube, Google und DoubleClick – ohne Klick und ohne Einwilligung. Der gelbe Kasten zeigt die Server, die bereits kontaktiert wurden.
Nachgestelltes Beispiel, so geht es: Video lädt erst nach Klick
Ein Platzhalter erklärt, was beim Abspielen passiert. Erst „Video laden“ stellt die Verbindung her; „Immer laden“ merkt sich die Wahl, widerrufbar über „Cookie-Einstellungen“.
Nachgestelltes Beispiel, so nicht: Widerruf nur per E-Mail
Den Weg findet man erst in Abschnitt 14.3 der Datenschutzhinweise, und dann braucht es eine E-Mail. Widerrufen muss aber so einfach sein wie Einwilligen.
Nachgestelltes Beispiel, so geht es: Widerruf mit einem Klick, auf jeder Seite
Der Link „Cookie-Einstellungen“ steht im Fuß jeder Seite; ein Klick öffnet die Auswahl wieder, dort lässt sich jede Einwilligung zurücknehmen.
Nachgestelltes Beispiel, so nicht: Banner ohne Wahl, nur „OK“
„Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich … einverstanden“ – doch Weitersurfen ist keine Einwilligung. Was eine Einwilligung braucht, darf so nicht geladen werden.
Nachgestelltes Beispiel, so geht es: kein Banner, wenn keine Einwilligung nötig ist
Die Seite lädt nichts, wofür eine Einwilligung nötig ist – also braucht sie auch kein Banner. Die Datenschutzhinweise sind im Fuß verlinkt.

Implementierungsfehler

Leider arbeiten viele Banner nicht so, wie man es nach ihrer Anzeige erwarten würde: Die Seite lädt Statistik-, Werbe- oder Social-Media-Dienste schon, bevor man etwas gewählt hat – oder trotz Ablehnung. Prüfen lässt sich das mit den Entwicklerwerkzeugen des Browsers (Reiter „Netzwerk“) oder mit Prüfdiensten wie Webbkoll.


Weiterführende Tipps

Statistik-Dienstleister

Beispiele für 2-Klick-Lösungen

Consent-Plugins für WordPress

Consent-Frameworks und -Plattformen

Mehr zu den Anforderungen an Banner steht im Leitfaden zur Erstellung oder Vermeidung eines Consent-Banners.

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Stand: 10.2026. Wir freuen uns über fachliche Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge.